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 Anden und Maracaibobecken, 9 Tage Herpetologische Beobachtung

Tag 1. Caracas-Mérida.
 Ankunft am Maiquetía International Airport, Caracas. Transfer nach Mérida. Empfang durch den Tourleiter. Einchecken im Hotel. Persoenliche Bekanntmachung von Fuehrern und Teilnehmern mit Moeglichkeit zum Besprechen individueller Interessen. Bildervorfuehrung der Orte und Arten, die man hoechstwahrscheinlich zu Gesicht bekommen wird.

Tag 2. Mérida-Maracaibo See.
 Das Team wird in die suedlichen Gebiete des Maracaibo Sees reisen, welcher der groesste See Suedamerikas und Venezuelas Hauptfoerdungsgebiet fuer Erdoel ist. Dort werden wir durch die Mangrovenwaelder navigieren, wo es eine dichte Population von roten Bruellaffen ( Alouatta senicula) gibt. Auch die Kapuzineraeffchen (Cebus) sind dort zu beobachten, ausserdem gibt es dort eine Vielzahl verschiedener Vogelkolonien, unter anderem Amazonas Papageie, kleine Aras, grosse Rhamphastos Tukane, und einen der seltensten Voegel Venezuelas, den "Northern Screamer" (Chauna chavaria).
Es ist so gut wie sicher rosa Flussdelphine  (Sotalia fluviatilis) um uns herumschwimmen zu sehen. Wesentlich seltener, aber nicht unmoeglich ist das karibische Manatee (Trichechus manatus) zu beobachten, eines der meistgefaehrdetsten Saeugetiere des Landes. Gruene Leguane (Iguana iguana) werden unsere staendigen Wegbegleiter bei Besuchen des Tieflands sein. Nachts wird es eine zusaetzliche Bootstour geben, wo wir erleben koennen wie die Tiere der Nacht aktiv werden. Dies ist die Zeit um Caimane (Caiman crocodylus fuscus), die Mangroven Boa (Corallus ruschenbergerii), die Boa constrictor und endemische Froscharten wie zum Beispiel den Hyla vigilans zu beobachten.

Tag 3. Maracaibo Senke.
 Wir werden eine Hacienda in der Savanne aufsuchen, die vornehmlich zur Viehzucht benutzt wird. In den unzaehligen Lagunen werden wir ohne Probleme zwei Arten der Suesswasserschildkroeten entdecken koennen. Die eine, die in der Maracaibo Senke endemisch ist ( Rhinoclemys diademata) und die Andere, die in den Subtropen weit verbreitete Kinosternon scorpioides. Es gibt eine weitere Spezies, die endemisch in einer nahegelegenen Lagune ist, doch ist die Phrynops zuliae, wie ihr wissenschaftlicher Name lautet, schwer zu entdecken. In der Savanne gibt es ausserdem die rotfuessige Schildkroete, die Geochelone carbonaria genannt wird, doch ist diese Art in den letzten Jahren aufgrund unkontrollierter menschlicher Eingriffe immer seltener geworden. Wasserschlangen vom Genus Helicops wie auch andere Schlangen, die typisch fuer die Savanne sind, sind gut zu beobachten: Mastigodryas, Liophis melanotus, Spilotes pullatus, Oxybelis aeneus, Imantodes cenchoa, Leptodeira annulata sowie Leguane, Ameiva und Cnemidophorus Echsen, tagaktive Gonatodes Geckos... und viele andere Reptilien. In der Nacht und nahe an menschlichen Wohnstaetten trifft man auf Amerikas groesste Geckos, Thecadactylus rapicauda, und ihre Artgenossen Anurans, Bufo marinus, B. granulosus, Hyla crepitans, H. microcephala, Phrynohyas venulosa, Leptodactylus bolivianus, Pseudopaludicola pusilla, desweiteren den endemischen Pipa parva, und ausgewachsene Pseudis paradoxa. Dieses Gebiet ist ausserdem Heimat fuer andere, schwer zu findende Amphibien wie Ceratophrys calcarata und den Caecilian Nectocaecilia haydeeae.

Tag 4. Maracaibo Senke - Anden.
Nun wird es Zeit die alluviale Zone des Chama Flusses, wo wir Basiliskenechsen (Basiliscus basiliscus) und vielleicht Cocodrylus acutus beobachten koennen, aufzusuchen. Ausserdem ist dies einer der besten Orte um den Suedamerikanischen Otter (Lontra longicaudis) zu sehen. Danach werden wir zu einer wichtigen Einflugspassage fuer Voegel, die aus Nordamerika kommen oder dorthin zurueckkehren, ziehen, wo es zur richtigen Zeit moeglich ist tausende Voegel verschiedenster Arten zu beobachten. Ausserdem ist dies der Lebensraum einer der schoensten und groessten Tarantelarten der Subtropen: Xenestis monstrosa. Spaeter werden wir in die Anden hinaufsteigen, wo wir den langsamen Uebergang in den Nebelwald in 1400 Metern Hoehe erleben werden. Dort werden wir Nachts auf die Suche nach Froeschen wie dem Hyla minuta, H. luteoocellata, H. crepitans; und Atractus Schlangen gehen werden. Mit ein wenig Glueck werden wir auch Onycophorans oder Peripatus das lebende Fossil, unter Baumstaemmen, Steinen und Geroell finden.

Tag 5. Anden.
 Morgens werden wir weiterhin beobachten. Wenn wir nach Mérida zurueckgekehrt sind, werden wir eine Hacienda im Kolonialstil besuchen, wo wir die alten Verarbeitungsmethoden fuer Kaffee sehen koennen, der lange Zeit das wichtigste oekonomische Gut dieser Region war. In die Anden werden wir zu Pferde, durch das trockene Tal des Chama Flusses zurueckkehren, wobei wir Pausen einlegen werden um die dortige Fauna in dem Wald grosser Kakteen zu beobachten. Die Chancen stehen dort gut auf  Micurus meridensis,  Drymarchon corais melanurus, Pseudoboa neuwiedii, Crotalus sp., gruene Leguane, Ameiva bifrontata und CnemidophorusEchsen zu stossen. Dies ist ausserdem ein Ort, wo der kleine Ameisenbaer (Tamandua mexicana) kein seltener Anblick ist. Schliesslich uebernachten wir im friedlichen und  malerischen Mérida, der Andinen Hauptstadt unter Berggipfeln von ueber 5000 Metern (15000 ft) Hoehe, die ganzjaehrig mit Schnee bedeckt sind.

Tag 6. Anden.
Es steht ein Besuch der Seilbahn Teleférico de Mérida an, der laengsten (12 ½ Km) und hoechsten (4765 m) Seilbahn der Welt. Waehrend des Aufstiegs kann man vier verschiedene Oekosysteme sehen.
1. den Nebelwald, 2. den Niedrigen Hochgebirgswald, 3. die Páramo, und 4. den "andinen Nebelguertel". Nachdem wir den Gipfel erreicht haben, werden wir uns in der Páramo umsehen. Danach geht es zurueck nach Mérida. Der Nachmittag steht frei fuer Aktivitaeten ihrer Wahl ( shopping, Kino, Salsa und Merengue tanzen...). Optional ist ein Besuch des nahen, unberuehrten Nebelwaldes moeglich, wo sich unter den oertlichen Spezies Hyla jahni, Eleutherodactylus vanadisae, Gastrotheca nicefori und einige Glasfroesche (Centrolene and Hyalinobatrachium) befinden.

Tag 7. Anden.
Wir verlassen Mérida um den andinen Nebelwald zu erkunden, der unter anderem der Lebensraum des Andensalamanders Bolitoglossa orestes ist. Danach fahren wir mit der Welt der Páramo fort, wo wir leise entlang zauberhafter und schoener Gletscherseen wandern und wo Páramo Hasen (Sylvilagus brasiliensis meridanus) und andines Wild (Odocoileus goudotti) leben. Dies ist der Lebensraum fuer Froesche, die in hoechstem Masse an die kalte Witterung angepasst sind,  Eleutherodactylus ginesi ( ein Ergebnis der Evolutionaeren Vermischung vom hochtepuanischen  Bufonid in den Stamm der Oreophrynella), E. lancinii, Colostethus leopardalis und Atelopus mucubajiensis. Diese letzte Spezies, genau wie viele andere venezolanische Kroetenarten, musste in der Vergangenen Zeit einen starken Populationsrueckgang verzeichnen, was so weit geht, dass Niemand in den letzten 5 Jahren ein lebendes Tier dieser Art gemeldet hat, daher fuerchten wissenschaftliche Gemeinschaften bereits, dass diese Art ausgestorben sein koennte. Es ist eines unserer Ziele das Gebiet systematisch zu beobachten, mit der Hoffnung vielleicht wieder ein Exemplar dieser Art zu entdecken und es zu melden. Wir werden mit unserer Erkundung in der Páramo fortfahren, wobei besonderes Interesse dem zerfallenden Stoff der Espeletias ( rosettenartiger Busch mit rechteckigen Blaettern die mit einem baumwollaehnlichen Stoff bedeckt sind. Sie waechst in den hohen Anden in Venezuela suedlich von Ecuador) gilt. In diesen Pflanzen suchen einige Amphibien Schutz, sowie die Microteiids Anadia Echsen. Spaeter am Tag werden wir eine Chance haben die Einrichtung zur Erhaltung und Wiedereinfuehrung des andinen Condors (Vultur gryphus) zu besuchen und werden seinen Lebensraum erkunden um den beeindruckenden und majestaetischen Flug des groessten Vogels der Welt zu bewundern.

Tag 8. Anden
Am Morgen werden wir uns mit einem Bad in einer heissen Quelle mit fantastischer Aussicht erfrischen und erholen. Wieder auf dem Weg entlang eines wilden Flusses an der Strasse stoppen wir um einen gefaehrdeten Vogel zu sehen, die Wildente (Merganetta armata colombiana). Ein praechtiger Nebelwald wird die Buehne fuer eines der grossartigsten Schauspiele der Subtropen sein, das Hochzeitsritual der feuerroten, andinen "Cock-of-the Rock" Voegel (Rupicola peruviana). Zudem gibt es  reichlich Amphibien und Reptilien und es ist moeglich  Micrurus mipartitus, Erythroplamprus bizona, Lampropeltis triangulum andesina und viele andere zu finden... Wir werden Zeugen des Reichtums an tagaktiven Mannophryne collaris. Einige Anuranarten sind sehr haeufig am Fusse der Anden und aehnlicher Umgebung, hauptsaechlich Bufo marinus, B. granulosus, Pleurodema brachyops, H. microcephala, Hyla lanciformis, Hyla punctata, Scinax rostrata, Physalaemus pustulosus, Leptodactylus macrosternum und unter Umstaenden Phyllomedusa hypocondrialis.

Tag 9. Abreise
 Abschiedstreffen. Flug nach Caracas und von dort Weiterflug zum Herkunftsland oder Verbindung zur Llanos Tour.
 
 


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